Was gibt es an Weihnachten?
abgelegt im Archiv Ernährung am 14.12.06
Mit dem Essen zu den bevorstehenden Feiertagen befasst sich dieser Artikel der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik:
Pellkartoffeln zum Weihnachtsschmaus?
Pellkartoffeln, blanchiertes Broccoligemüse und ein zartes Stück Putenfleisch als unschlagbares Weihnachtsmenu: Zahlreiche TV- und Radio-Sender, Zeitschriften und Ratgeber zeigen mit erhobenem Finger auf die Weihnachts-Schlemmerzeit und versuchen dem Verbraucher mit 'Slimming Dinners' den Genuss zu Weihnachten madig zu machen, kommentiert die Ernährungswissenschaftlerin Irina baumbach von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen.
Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Freude, der Traditionen und vor allem des Genusses.
Zahlreiche Familien in Deutschland richten klassisch zu Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen an, am ersten und zweiten Feiertag gibt es Kartoffelklöße, Rotkohl und Gänsebraten. Unter dem geschmückten Baum liegen neben Geschenken zahlreiche Süßigkeiten und der Tisch ist über das Fest mit Lebkuchen sowie Zimtsternen dekoriert.
Und das soll auch so bleiben, sind sich die Ernährungswissenschaftler aus Aachen einig. Natürlich ist dies kein Freifahrtsschein zur hemmungslosen Schlemmerei. Gerade zu dieser Zeit, einer der wichtigsten Familienzusammenkünfte des Jahres, sollten Bräuche beibehalten und zelebriert werden. Das ist in einer Ära der schwindenden Esskultur auch in ernährungssoziologischer und -psychologischer Hinsicht von großer Bedeutung.
Viel wichtiger ist es, langfristig seine Ernährung auf eine gesunde Basis zu stellen, um sich zwei bis dreimal im Jahr mit ruhigem Gewissen bewusst den traditionellen Gerichten und Schmäusen hinzugeben.
Doch auch das klassische Festtagsessen lässt sich ernährungsphysiologisch aufwerten. Wer beispielsweise das Weihnachtsmenu mit einem Obstsalat aus frischen Früchten, Rosinen und Nüssen ergänzt, ab und zu Seefisch auf dem Speiseplan stehen hat und an den Weihnachtsfeiertagen mit seiner Familie lange Spaziergänge unternimmt, kann den festlichsten Genüssen des Jahres ohne Reue frönen. Schließlich ist das Maß der Dinge das entscheidende Kriterium, wie Paracelsus vor gut 450 Jahren schon wusste.
Vorsicht jedoch bei zu hohen Cholesterinspiegeln, Harnsäurewerten sowie allen ernährungs(mit)bedingten Erkrankungen. Hier kann die Festschlemmerei mit negativen Folgen verbunden sein. Wer vom Arzt oder seinem Ernährungsberater eine Diät verordnet bekommen hat, sollte sich auch über die Feiertage daran halten, ermahnt Baumbach abschließend.

Permalink: Was gibt es an Weihnachten?
Tags: ernährung+an+weihnachten festtagsessen diät
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